Mittwoch, 20. April 2011
Was sonst noch geschah...
Eigentlich wollten wir direkt am ersten Termin hin - zum Konzert im Park. Aber irgendwie war die Lust kurz vorher dann doch eher klein, so dass wir einen Besuch am Spielplatz vorzogen. Da aber bereits soviel Picknickverpflegung gepackt war, verlegten wir unser "Open Air" einfach in den Garten und vertilgten Unmengen an Leckereien. Nach meiner Weight Watchers-Ausrechnung fraß ich an diesem Tag über 60 Punkte (erlaubt sind 29).



Dafür ging es aber dann eine Woche später zum ersehnten Freiluftauftritt. Es war wirklich toll - und wenn es nicht so verdammt kalt gewesen wäre, sicher noch besser. Da wohnt man schon in direkter Nachbarschaft des Fegefeuers und friert trotzdem..



Einige wissen es schon, wir bekamen bei unserem vorletzten Pestcontrol-Besuch die Mitteilung, dass sich schwarze Witwen bei uns wohl zu fühlen scheinen. Eigentlich könnte man ja davon ausgehen, dass die fiese Brut direkt im Anschluß vom Spinnengift dahingerafft wurde. Tja - eigentlich. Aber eigentlich gefällt es den lieben Kleinen wohl immer noch ganz gut bei uns. Somit sagte Liv eines Morgens "wäh, guck mal - da liegt ´ne Spinne". Nach vorsichtigem Anstupsen mit einem Stock bewegte sie noch müde ein Bein und schien ansonsten kurz vor´m Ableben zu sein. Nach diversen motivierenden Stupsern und gutem Zureden setzte sie sich dann in Bewegung und war plötzlich doch ziemlich groß und ziemlich schwarz. Todesmutig packte ich sie in eine kleine Plastikdose, um sie genauer anzuschauen und siehe da - zwei umgedrehte rote Dreiecke auf dem Bauch..



Zur weiteren Anschauung gedachte ich ihr einen zugegeben nicht ganz humanen Erstickungstod im Plastikdöschen - immerhin war sie eh fast hinüber. Aber weg vom Spinnengift, in kühler Atmosphäre und mit wohl doch genügend Belüftungsschlitzen hat sie sich doch tatsächlich wieder berappelt und mit einem Netz direkt mal häuslich eingerichtet.
Somit ging Familie V. gestern auf Fliegenjagd, um anschließend der Raubtierfütterung beizuwohnen.
Nach so einem faszinierenden Naturschauspiel ist ans Töten gar nicht mehr zu denken. Mein Vorschlag, ein Terrarium zu kaufen, wurde leider einstimmig abgelehnt.
Somit setzte Hauke sie heut morgen weit weg von unserem Garten aus, wo sie weiter rumkreuchen darf - und ich verkneif mir derweil ein Abschiedstränchen..

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Freitag, 15. April 2011
Leben in der Wüste III
Dank momentan noch humaner Temperatur fühlen sich meine Gartenpflänzchen eigentlich ganz wohl.

Der / Die / Das Aloe Vera wächst nun schon fleissig seit einem Jahr und hat die braunen Froststellen schon fast wieder weggewuppt, unser Mini-Orleander blüht zum ersten Mal und auch der Rosa-Pseudo-Blüten-Stamm (dessen Namen wir immer noch nicht kennen) sieht toll aus.

Allerdings gibt es da eine Pflanze, bei der versagt mein braun-grüner Daumen leider kläglich. Ich mag Jasmin total gern, vor allem abends, wenn eine dicke süßliche Dunstwolke einen benebelt. Aber irgendwie mag sie mich nicht..
Zuerst haben wir es mit einem großen Stamm versucht, der nach kürzester Zeit alle Blüten samt verlockenem Duft auf nimmer wiedersehen verlor und die Blätter braune Flecken bekamen. Gewachsen sind nur zwei, drei lange Triebe, die wie ungekochte Spaghetti abstanden und irgendwann konnte ich dieses hässliche Elend dann doch nicht mehr ertragen.

Nun hab ich mich noch mal an ein kleines Pflänzchen herangewagt, es eifrig gegossen, bei Wind sofort an einen geschützten Platz gestellt, ansonsten viel Sonne, aber auch nicht zu viel. Und trotzdem sind schon alle Blüten braun und die Blätter fangen an, sich einzurollen und sehen einfach - vertrocknet aus. Frustrierend!
Ich schiebe es einfach mal auf die Luftfeuchtigkeit, die hier bekanntlich bedeutend niedriger ist, als in China.
Trotzdem schade. Und warum verkaufen die überhaupt Pflanzen, die man nach zwei Wochen direkt auf den Kompost werfen kann..

Meine Geranien hingegen leuchten weiterhin in purpurroter Penetranz, auch wenn immer mal wieder die Frage auftaucht, ob man die verblühten Dolden eigentlich mal abschneiden müsste... Ach watt - dat geht schon so.

Meine im vergangenen Jahr angefangene Kräuterzucht trägt im Übrigen doch Früchte. Die Topfkräuter sind zwar alle weggekokelt, doch ein kleines Basilikumbaby fand sein liebloses Blumenbett direkt unter dem Springbrunnen, weil die Töpfe schon zu voll waren. Und genau DAS Baby, als einziger Überlebender, wuchs zu einem wahren Basilikum-Godzilla heran - mindestens genauso groß und mindestens genauso unansehnlich. Mit den kleinen schnuckeligen Küchenpflänzchen im Supermarkt hatte dieser Mutant wirklich gar nichts mehr gemein, windschief und schwer hingen die unzähligen Triebe an einem Fingerdicken Stengel, der sich unter seiner Last über den Beetrand flätzte. Trotz großer Ähnlichkeit zu einer Brennnesselinvasion gebe ich zu, ich hegte trotz allem amouröse Gefühle für meinen hässlichen Freund und war schon traurig, als Hauke ihn eines Tages im Winter einfach fällte.
Doch nicht nur auf Unkraut trifft das Sprichwort zu, beim letzten Zupfen fielen uns etliche kleine Sprösslinge um den Springbrunnen auf - die Basilikumbrennnessel hat einfach hinter unserem Rücken ihre vermutlich ebenso groteske Nachkommenschaft hinterlassen.
Es ist jawohl klar, dass die NICHT in einen Topf kommen, sondern hübsch direkt in der Erde weiterwuchern dürfen. Derweil kümmere ich mich auch um Schubkarren voll Tomaten und Mozzarella..

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Samstag, 2. April 2011
White Tank Mountains
Um vor der großen Hitze noch ein bisschen die Umgebung zu genießen, waren wir letzte Woche das erste Mal offiziell Hiken - eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung hier.
Für einen sanften Einstieg haben wir uns einen kinderfreundlichen und kurzen Waterfall Trail rausgesucht und bis auf den etwas beinmüden Rückweg, der sich nur mit "Ich sehe was, was Du nicht siehst" bewältigen ließ, hat es wirklich Spaß gemacht.


Die White Tanks verdanken ihren Namen übrigens dem Regen. Der ist hier zwar äußerst selten, doch das Wasser sammelt sich in bassinartigen Steinformationen, bildet Wasserfälle und nach Verdunstung bleiben weiße Ablagerungen auf dem Granit zurück.
Vermutlich die selben, die ich mühselig von Poolspielzeug versuche abzuwaschen, das in der Sonne trocknete.



Für das Foto dieses pinkbeblüteten Kaktuses musste ich den Pfad verlassen und ein bisschen ins "Outback" laufen. Angesichts der "poisonous animals"-Warnschilder war das zugegebenermassen etwas gruselig. Es hat sich aber gelohnt, wie ich finde :-)



Wirklich interessant waren die zu bewundernen Hohokam Petroglyphen, die sich durch den hinteren Teil des Pfades ziehen.



Arizona hat schon eine wirklich ganz eigentümliche Schönheit.

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